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Kann man auch von zu Hause aus eine Bank leiten?

Ja, denn genau das machen wir (fünf Schülerinnen aus der zwölften Klasse) gerade beim Spiel Schulbanker. Das ist ein Spiel vom Bankenverband, in dem wir Schülerinnen eine eigene Bank führen, dabei müssen wir uns alle Zahlen überlegen, die im Bankwesen wichtig sind, dazu gehören, zum Beispiel Zinsen für Kredite oder Kontoführungsgebühren.

Da wir in der Vorrunde auf unserem Markt die beste Bank waren, dürfen wir nun im Finale noch einmal als Team „BanQueen“ für unsere Schule antreten. Eigentlich wären wir dafür nach Berlin gefahren, aufgrund der aktuellen Situation findet das Finale aber leider wieder online statt. Trotzdem geben wir natürlich unser Bestes. Dafür treffen wir uns jeden Morgen um 10:15 im Videochat und diskutieren unsere Entscheidungen.

Wenn dann um 10.30 ein Großteil des Teams anwesend und nicht mehr beim Zähneputzen, Frühstücken, Trinkenholen oder manchmal auch erst beim Aufstehen ist, können wir anfangen zu arbeiten. In den nächsten ein bis zwei Stunden besprechen wir dann unsere Ausgaben für die Werbung, wie viele Filialen wir eröffnen oder schließen wollen, welche Gebühren wir fürs Onlinebanking und für das Girokonto nehmen wollen und natürlich die Zinsen für die Aktiv- und die Passivseite unserer Bank. Das heißt, wir überlegen, wie viel Geld wir Sparern zahlen wollen, die ihr Geld bei uns anlegen und wie viel wir verlangen, wenn sich jemand bei uns etwas leihen möchte. Dabei kommt es schon so manchmal zu hitzigen Diskussionen um einige Hundertstel, denn jede hat ihr eigenes Verständnis von Risiko und Vorsicht. Andersherum geht es oft auf einmal gar nicht mehr um unsere Bank, sondern um die Matheaufgaben für den nächsten Tag oder die Frage, ob, wann und wie wir unser Abi schreiben. Am Ende kommen wir dann aber doch zu einem Ergebnis, welches wir im Entscheidungsformular eintragen.

Momentan läuft bei uns das letzte Geschäftsjahr, die Ergebnisse des Finales werden am Freitag um 11:00 Uhr bekannt gegeben. Bis dahin heißt es für uns, unsere Entscheidungen noch einmal zu überdenken und zu hoffen, dass wir, wie auch schon das Team unserer Schule im letzten Jahr, den Kampf um die beste Bank für uns entscheiden können.

 

Melanie Gruschka, S4

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