Eure Texte

„Wir sind hier! Wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!“

Fridays for Future – Schülerstreiks für mehr Klimaschutz

Ich laufe an einem Freitagmorgen mit knapp zehntausend Schülerinnen und Schülern durch die Hamburger Innenstadt. „Oma, was ist ein Schneemann?“, „There is no planet B!“, „Keine Toleranz für Klimaignoranz!“ oder „We don´t have time!“ sind einige Aufschriften der vielzähligen, kreativ gestalteten, bunten Plakate. Ich strecke meins – „It´s our future, it´s in your hands!“ – in die Höhe und rufe mit: „Wir sind hier! Wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!“ Die Stimmung ist friedlich, positiv und entschlossen. Mitten in der Menge: Greta Thunberg. Die 16-jährige Klimaaktivistin begann im Sommer 2018, in ihrem Heimatland Schweden vor dem Parlament für mehr Klimaschutz zu streiken. Sie ist zum Gesicht der Bewegung Fridays for Future geworden und wurde im Dezember 2018 zum UN-Klimagipfel in Katowice eingeladen, wo sie eine eindrucksvolle Rede hielt. Immer mehr Schülerinnen und Schüler auf der ganzen Welt schließen sich der Bewegung an und folgen so Gretas Beispiel. Auch in Deutschland existieren schon über 280 Regionalgruppen, wobei die Organisation der Demonstrationen hauptsächlich über soziale Netzwerke wie WhatsApp oder Telegram erfolgt. Doch was fordern diese vielen jungen Menschen eigentlich? Der Klimawandel schreitet immer weiter voran, er ist eine reale Bedrohung für unser zukünftiges Leben auf der Erde. Dabei sind wir, die junge Generation, diejenigen, die die Folgen am längsten zu spüren bekommen werden. Noch ist es möglich, den Klimawandel zu verzögern und zu begrenzen, doch die Zeit dafür wird immer knapper. Deshalb ist es enorm wichtig, dass die Politik aktiv wird und Maßnahmen ergriffen werden. Die Schülerinnen und Schüler fordern genau dies von den Regierungen und Politikern. Die Klimakrise soll als solche wahrgenommen und benannt werden und die Erderwärmung darf nicht über 1,5 Grad Celsius steigen, denn das hätte verheerende Folgen. Deshalb sollen auch die Klimaziele für 2020, die sich Deutschland bezüglich des Pariser Klimaabkommens gesetzt hat, eingehalten werden und somit die Zukunft nicht kurzfristigen Interessen zum Opfer fallen. Insgesamt muss die Politik die Verantwortung wahrnehmen, die gegenüber der Umwelt und den nachfolgenden Generationen besteht. “Why should I be studying for a future that soon may be no more, when no one is doing anything to save that future?” („Warum sollte ich für eine Zukunft lernen, die bald nicht mehr sein wird, wenn niemand etwas tut, um diese Zukunft zu retten?“) sind Worte von Greta Thunberg, denn gestreikt wird während der Schulzeit. Die Absicht besteht darin, mehr Aufmerksamkeit zu erlangen und die vielen Reaktionen von Politikern und zahlreichen Berichte der Medien bestätigen den Gedanken. Es gibt neben vielen positiven Reaktionen auch mehrere kritische Stimmen und Behauptungen, die Aktion sei nur ein Vorwand, um die Schule zu schwänzen. Allerdings zeigen das große Engagement vieler und große Beteiligungszahlen auch an freien Schultagen das Gegenteil.

Auf dem Rückweg halte ich mit meinem Fahrrad an einer roten Ampel an, das Plakat unter den Arm geklemmt. Ein Mann mittleren Alters geht an mir vorbei, guckt darauf und geht an mir vorbei. Plötzlich bleibt er stehen, dreht sich um und kommt zurück. Er fragt mich, ob ich heute bei der Demo gewesen wäre, ich bejahe und berichte ihm von der überwältigenden Menge an Menschen. Er erzählt mir, wie sehr er die Aktion unterstütze, aber dass er sich nicht getraut habe, hinzugehen, da er ja schon so alt sei. Ich versichere ihm, dass seine Bedenken unbegründet seien und alle Altersgruppen bei Fridays for Future willkommen sind.

Die nächste Gelegenheit, bei einer Demo dabei zu sein und die eigene Stellung zur Klimapolitik zum Ausdruck zu bringen, ist am 15.März im Rahmen eines globalen Klimastreiks. Egal ob in Stockholm, Los Angeles, Accra, Rio de Janeiro, Tokio oder Sydney; in über 80 Ländern auf der Welt finden Demonstrationen statt und natürlich auch wieder in Hamburg. Treffen ist ab 14:30 Uhr auf dem Hachmannplatz am Hauptbahnhof und auch du bist eingeladen! Komm vorbei und bring Familie und Freunde mit, um gemeinsam für eine Zukunft, in der wir gut auf unserem Planeten leben können, zu demonstrieren!

von Lena Becker (11c)f4f.png

Weitere Infos (Quelle) : www.fridaysforfuture.de
Greta Thunberg beim UN-Klimagipfel: https://www.youtube.com/watch?v=DGDMqyfK8UQ
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