Kreatives

Falsches Spiel – Teil 2

Erst da fiel mir etwas Merkwürdiges auf: Woher wusste der Kommissar, dass ein Mord begangen wurde, wenn er erst jetzt die Information bekommen hatte, dass das Opfer nicht mehr lebt? Doch dann dachte ich mir, dass er das ja auch selbst rauskriegt.

Dann sagte Herr Falke, dass er in der Nähe war und etwas durch das Fenster gesehen hat. „Der Täter hatte ein Messer, das wir noch nicht ausfindig machen konnten, und er trug einen schwarzen Kapuzenpulli.“, sagte er mit ernster Miene. In dem Moment sah ich etwas auf dem Sofa.
„Meinen Sie diesen?“ Ich hielt eine schwarze Sweatshirt Jacke hoch. Auf dem unteren Teil klebte ein dunkler Fleck.
„Ist das Blut?“, schrie Jannik etwas beängstigt. Er hat eine Phobie, aber er hat mir noch nie erzählt woher die kommt.
„Ja, das müsstest du doch eigentlich wissen!“, meckerte Herr Falke ihn an.
„Woher sollte er das denn wissen?“ blaffte ich verwirrt zurück.
„Ich habe den Täter wie gesagt durch das Fenster gesehen! Und den Mörder, den ich gesehen habe ist dieser Typ hier!“ wandte Herr Falke sich verärgert zu mir.
„Er war aber mit mir im Kino und danach hat er mich nach Hause gebracht. Wann sollte er denn noch jemanden ermordet haben!“ Jetzt war ich richtig sauer, einfach Jannik zu beschuldigen, jemanden umgebracht zu haben.
„Wenn er dich nach Hause gebracht hat, hätte er ja die Gelegenheit sie zu ermorden.“
Jetzt rastete Jannik total aus „Dann ermitteln Sie doch weiter und sagen Sie allen, dass ich es war. Ist doch egal. Aber wundern Sie sich nicht am Ende, wenn Sie von allen als Lügner bezeichnet werden und ich die ganze Zeit Recht hatte. Dann machen Sie doch weiter so!“ schrie Jannik ihn an. Da war Herr Falke sprachlos und drehte sich einfach nur um und setzte seine Ermittlungen fort.
Ich wollte nicht länger hier bleiben also sagte ich leise zu Jannik: „Komm lass uns gehen. Du kannst mit zu mir.“ „Ja, lass uns hier verschwinden.“ antwortete er, ohne mich anzusehen.

Als wir bei mir zu Hause waren, zweifelte ich doch etwas daran, ob Jannik nicht doch etwas damit zu tun hat. „Bist du jetzt komplett bescheuert!“ meldete sich meine innere Stimme. „Er ist dein Freund und du verdächtigst ihn, ein Mord begangen zu haben! Also wirklich, du bist ja eine tolle Freundin.“ schimpfte die Stimme vor sich hin. Ich schüttelte sie mit einer Kopfbewegung ab.
„Was ist denn los?“ fragte mich Jannik erstaunt.
„Nix, wieso?“ fragte ich und sah ihn an. „Aber das Gleiche sollte ich dich mal fragen, du siehst so aus als hättest du ein Gespenst gesehen.“ sagte ich skeptisch.
„Hallo!? Ich werde verdächtigt, einen Mord begangen zu haben und du fragst mich warum ich so aussehe?“ gab er vorwurfsvoll zurück. Ich war etwas beleidigt, dass er mich so angeblafft hat und das sah er mir auch an. „Hey, sorry, dass ich so laut geworden bin. Aber ich bin halt gerade etwas gestresst.“ sagte er ruhig. „Schon gut.“ Sagte ich, und verzieh ihm sofort.

Heute Nacht konnte ich gar nicht schlafen. Und wenn ich dann doch einschlafen konnte hatte ich Albträume von gruseligen Schatten, die durch die Wohnungen ziehen und von Jannik, der vielleicht ein Mord begangen hat. Ich konnte aber nicht verstehen, warum Jannik so ausgerastet ist als Herr Falke ihn beschuldigt hat. Vielleicht hat der Kommissar ins Schwarze getroffen und Jannik ist doch der Täter und ist deswegen so ausgerastet, weil er enttarnt wurde. Ich hoffe, das ergibt sich später noch alles und Jannik ist nicht der Täter.

„Drrrinnggg, drrrinnggg, drrin…“ ich haute auf den Wecker drauf und fragte mich, wieso der klingelt „Erstens habe ich Weihnachtsferien und zweitens habe ich ihn gestern nicht angestellt.“ ärgerte ich mich.
„Aufstehen!“ rief meine kleine Schwester Julia „Wir gehen in den Heidepark!“ Ich rollte mit den Augen.
„Jaja.“ murmelte ich vor mich hin. Als wir dann da waren fuhr ich nur ein paar Achterbahnen, hatte aber nicht so Spaß wie sonst eigentlich, also setzte ich mich einfach auf eine Bank am Ausgang und wartete auf meine Mutter und meine kleine Schwester. Nach ungefähr 2 Stunden kamen sie zu mir und fragten, was denn los ist.
„Ich habe gerade andere Probleme als Achterbahn zu fahren.“ sagte ich trotzig. „Wir waren gerade mal 3 Stunden hier und du hast schon keine Lust mehr?!“ fragte sie mich leicht verärgert, aber irgendwie auch mitleidig.
„Ich habe heute halt irgendwie einen schlechten Tag und andere Sorgen!“ Jetzt wurde ich so langsam sauer. Den Rest erspare ich euch lieber.

von Sarah

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