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Airbus-Praktikum der 11. Klassen

Einmal im Jahr bietet der Flugzeughersteller Airbus ein Kooperationspraktikum an, das es den Elftklässlern des Gymnasiums Finkenwerder und des Heisenberg-Gymnasiums ermöglicht, zwei Wochen in den Betrieb hineinzuschnuppern und einen Einblick in die verschiedenen Tätigkeitsfelder des Unternehmens zu bekommen. Elf Schülerinnen und Schüler aus unserer Schule nahmen dieses Jahr an diesem Praktikum teil, das in den beiden Wochen vor den Herbstferien stattfand.

Am Montag, den 17. September, sollte es losgehen. Wir trafen uns morgens mit Frau Holtz an der Bushaltestelle AK Harburg, von wo aus wir den Bus nach Finkenwerder nahmen. Nach der halbstündigen Busfahrt, die viele von uns noch im Halbschlaf verbrachten, wurden wir bei Airbus empfangen. Wir bekamen Praktikantenausweise ausgehändigt und fuhren dann mit einem internen Bus weiter zu Haus 60. Es erwartete uns Herr Schulze (Name geändert), der eine Begrüßungspräsentation vorbereitet hatte, in der wir allgemeine Informationen über das Praktikum und Sicherheitsanweisungen erhielten. Außerdem bekamen wir die richtige Berufskleidung, die wir in den Produktionshallen, in denen wir ab Mittwoch sein durften, tragen mussten. Dazu gehörten ein Airbus-T-Shirt, eine Arbeitshose, Sicherheitsschuhe und eine Schutzbrille.

Der zweite Tag verlief weniger organisatorisch. Los ging es um 8:00 Uhr mit einem Vortrag von Herrn Richard (Name geändert) über die Tätigkeitsbeschreibung eines Ingenieurs. Herr Richard ist zwar schon im Ruhestand, kommt aber einmal im Jahr zu Airbus, um interessierten Schülern von seiner Berufslaufbahn bei Airbus zu erzählen. Erst stellte er uns das Unternehmen vor und erzählte uns dann unter anderem, wie er es geschafft hat, trotz schlechter Noten Ingenieur zu werden, was er dann in seiner vierzigjährigen Arbeitszeit bei Airbus gemacht hat und was ihm daran gefallen hat. Neben seiner Präsentation hatten wir die Möglichkeit, ihm Fragen zu stellen. Insgesamt war sein Vortrag sehr informativ und ich denke, wir konnten uns alle nach den drei Stunden viel besser vorstellen, was ein Ingenieur bei Airbus genau macht.

Nach der Mittagspause gab es eine Fragerunde zum Thema „Duales Studium“, die von zwei dualen Studenten geleitet wurde. Doch zuerst brachten sie uns das das Konzept dieses Studiums näher: In der vorlesungsfreien Zeit des theoretischen Studiums an einer Universität oder Fachhochschule arbeiten duale Studenten bei Airbus, um Erfahrungen in der Praxis zu sammeln. Das Angebot richtet sich an Studenten aus den unterschiedlichsten Studiengängen aus technischen, kaufmännischen und IT-Bereichen. Beiden Studenten war schon relativ früh klar, dass sie später bei Airbus arbeiten und deshalb auch das Angebot vom dualen Studium nutzten möchten. Letztendlich waren auch beide Studenten zufrieden mit ihrer Entscheidung, da sie bestmöglich auf ihr späteres Berufsfeld vorbereitet werden. Einige von uns, ich eingeschlossen, können sich nach dem Vortrag auch vorstellen, dual zu studieren.

Nach den vielen Vorträgen der beiden Vortage waren viele von uns froh, dass es am Mittwoch endlich in die Fachbereiche ging. Wir wurden in unterschiedliche Hallen aufgeteilt, wo wir nach dem Unterschreiben der Sicherheitseinweisung zu einem Team gebracht wurden, dem wir die nächsten Tage zugucken und helfen durften. Das Team, dem ich zugeteilt wurde, bestand aus vier Männern, die bei der Fußbodenmontage arbeiteten und mir sofort eine Aufgabe gaben. Ihre Arbeit bestand daraus, Schienen zu einer Art Gitter zusammenzubauen und Bodenplatten auf dieses Gitter zu setzen, das dann als Fußboden im Flugzeug eingesetzt wird. Dazu wird viel mit Kitt, Aktivator und anderen stinkenden Chemikalien gearbeitet. Ich durfte ihnen helfen, indem ich zum Beispiel Klammern befestigte, Schrauben drehte und Platten beschriftete. Wir verbrachten noch den Rest der ersten und die ganze zweite Woche in den Fachbereichen. Erst am letzten Tag bekamen wir nachmittags noch einen Vortrag von einer Ingenieurin zu hören, die uns von ihren Erfahrungen und Eindrücken berichtete. Im Anschluss daran gab es eine Feedbackrunde, in der wir den Organisatoren des Praktikums unsere Meinungen und Vorschläge mitteilten.

Ich persönlich habe mir das Praktikum anders vorgestellt. Obwohl es interessant war, zu sehen, wie die einzelnen Teile eines Flugzeugs gebaut werden, fand ich es ziemlich langweilig, acht Tage lang immer das Gleiche zu sehen und zu machen. Airbus hat viel mehr zu bieten als nur die Produktionshallen. Ich hätte es spannend gefunden, die vielen unterschiedlichen Berufe, die man bei Airbus ausüben kann, näher kennenzulernen, also zum Beispiel auch mal den Ingenieuren bei der Arbeit zusehen zu dürfen und herauszufinden, wieso das Flugzeug so gebaut wird, wie es gebaut wird. Trotzdem war das Airbus-Praktikum eine Erfahrung wert, weil ich jetzt ein besseres Bild von technischen Berufen und Airbus als Betrieb habe. Ich würde das Praktikum jedem weiterempfehlen, der sich für Technik und Flugzeuge interessiert.

von Katerina