Artikel

Probleme eines Fangirls/-boys

Das Wort „Fandom“ haben heutzutage schon viele gehört. Es handelt sich um den englischen Begriff für „Fangemeinde“. Es geht also darum, dass sich viele Menschen für eine bestimmte Person, eine Band, eine Buchreihe oder einen Film interessieren. Aber was heißt es eigentlich für einen Fan einem „Fandom“ zum Beispiel einer Boyband oder einem Sänger anzugehören? Das möchte ich heute gerne erklären.

Ganz am Anfang haben wir ein ganz typisches Problem eines jeden Fans eines Künstlers aus dem Ausland.Und zwar die Unerreichbarkeit. Natürlich kommen viele Sänger auch mal nach Deutschland, aber irgendwie ist es nicht das gleiche. Vor allem wenn es um Künstler aus den USA oder KPop Stars geht. Der Ozean erscheint einfach viel zu weit um seinem Vorbild nahe zu sein.

Zu dieser Unerreichbarkeit gehört aber auch, dass, falls die Person oder Band dann mal nach Deutschland kommt, die Konzerttickets unverschämt teuer sind beziehungsweise direkt ausverkauft werden. Für das Konzert von Shawn Mendes zum Beispiel, was am 18.03.2019 in der Kölner LANXESS arena stattfindet, muss man 377,- Euro bezahlen, die Konzerte in Berlin und Wien sind schon längst ausverkauft. Hinzu kommt der teilweise sehr lange Anfahrtsweg, da man als Hamburger auch nicht immer das Glück hat seinen Lieblingskünstler in der Stadt zu haben. Ein weiteres Beispiel: Die KPop Band BTS kündigte im April ihre „Love Yourself“ Tour an, doch schon nach kürzester Zeit nach Beginn des Vorverkaufs waren alle Tickets verkauft.

Doch noch immer gibt es für einen Fan die Hoffnung: „Vielleicht finde ich ja im Internet (z.B. auf Ebay) noch Karten aus zweiter Hand.“ Jedoch liegt hier auch ein riesiges Problem. Solche Privatpersonen verkaufen die Karten meist zu überhöhten Preisen und selbst wenn man den unverschämten Betrag bezahlt kann man nicht sicher sein, ob die Karten auch wirklich ankommen und funktionieren. Also als Tipp für jeden Fan, der über so etwas nachdenkt: Finger weg! Man sollte solche Verbrechen nicht auch noch unterstützen!

Doch nicht nur bei den Konzert Tickets haben wir Fangirls/-boys ein Problem, schließlich sollte man niemals die Massen an Fanartikeln und Alben, etc. vergessen, die dem Portmonnaie gerne den Gar aus machen. Stellen wir uns mal ein Fallbeispiel vor: Ein Ed Sheeran Fan will sich alle Alben kaufen, vom ersten überhaupt (You Need Me 2015) bis zum letzten (Divide 2017). Das macht 8 Alben (ohne Deluxe Editions), macht insgesamt 67,92 Euro. Dazu kommen selbstverständlich noch sogenannte „Merchandises“ oder auf Deutsch „Fanartikel“ und bald sind wir bei 100 Euro und weit mehr. Ein weiteres Beispiel der Koreanischen Musik-Front: Bei der KPop Gruppe BTS kommt man bei 25 Single-, Mini- und japanischen Alben nochmal auf weitaus mehr Geld, dass von vielen Fangirls/-boys aus dem Geldbeutel gezaubert wird. Als Teil eines Fandoms wird man also schneller ärmer als man den Namen seines Lieblingskünstlers aussprechen kann.

Ein weiteres wichtiges Mittel, was durch diese innige Liebe zu dem oder der Künstler/-in verloren geht ist die Zeit. Wie viel Zeit mag ein Fan damit verbringen Musikvideos, die man eigentlich schon auswendig kennt, zum 300. mal zu gucken oder noch ein neues Interview mit der Person/den Personen zu schauen, obwohl man die Antworten auf die Fragen sowieso schon kennt. Man kann einfach nicht genug von seinem Vorbild kriegen, auch wenn dabei sowohl die schulische Leistung, als auch das Sozialleben drunter leiden muss. Ein Fan braucht einfach seine tägliche Ration „Kreisch!!“ und „Man sieht der/die gut aus!“.

Aber nicht nur YouTube lässt die Zeit eines Fans zerfließen. Heutzutage ist nämlich eine ganz bestimmte Art von Geschichte populär geworden. Die „Fanfiction“ hat sich unter den Blog-Schreibern und Selfpublishern zu einem neuen, eigenen Genre hoch gearbeitet und je berühmter ein Künstler oder eine Band ist, desto mehr gibt es für einen Fan zu lesen. Kleiner Tipp sollte hier aber genannt werden: Unbedingt auf die Altersbeschränkung achten! ;]

Hat man sich einmal in dem riesigen Netz eines Fandoms verfangen kommt man nie oder nur noch sehr schwer wieder hinaus und je mehr Zeit man allein in seinem Zimmer mit Interviews und Fanfictions verbringt, desto mehr wird man in diese Welt gezogen. Schlussendlich wird schon die kleinste Konversation mit einem Nicht-Fan zum Problem, denn wie gerne möchte man doch seine Liebe zu  dem einen Künstler/der einen Band mitteilen, hätte man nicht Angst vor dem Gegenüber komisch dar zustehen und plötzlich muss man bei jedem Satz aufpassen, dass man nicht wieder auf das Thema „Lieblingskünstler“ kommt.

Dazu kommt, dass es manchmal vorkommt, dass man in seinem Freundeskreis ganz allein einem Fandom angehört und plötzlich hat man Insider-Witze, die niemand versteht, schließlich hat nicht jeder andere auch jedes Interview und Musikvideo von „Lieblingskünstler“ auswendig gelernt. Dieses Phänomen endet oft in Einsamkeit und Trauer, da man die einzige Person ist, die über seine eigene Bemerkung lacht.

Zu allerletzt möchte ich gerne noch ein etwas ernsteres Thema im Bezug auf Fandoms ansprechen. Nämlich das sogenannte „Haten“. Viele haben sicher schon davon gehört, denn in Zeiten des Internets und der schnellen, anonymen Kommunikation ist es längst etwas alltägliches geworden. „Hate“ ist der englische Begriff für „Hass“ und wird für unbegründete Kritik, die auf unhöfliche Weise meist im Internet verbreitet wird, verwendet. Ich möchte auf zwei Arten von „Hate“ eingehen.

  1. Hate, der von Fans aus dem gleichen Fandom ausgeht und sich entweder an seine „Fangenossen“ oder Fans aus anderen Fandoms richtet. Diese Art von Hate ist meiner Meinung nach die unnötigste und unhöflichste Art von Hate und sollte von einem richtige Fan niemals ausgeführt werden. Man sollte niemanden beleidigen, weil man z.B. eifersüchtig ist wenn sie auf das Konzert des Lieblingskünstlers gehen, o.Ä. und man sollte niemals jemanden beleidigen, nur weil er einem anderen Fandom angehört. Jeder hat das Recht auf seine eigene Meinung und die sollte niemandem verboten werden. Selbstverständlich heißt das auch, dass man auch Teil von mehreren Fandoms sein kann, um ein Beispiel zu nennen kann man gleichzeitig Shawn Mendes Fan, aber auch Harry Styles Fan sein und niemand brauch irgendjemanden deswegen zu kritisieren.
  2. Hate, der von Nicht-Fans ausgeht und sich gegen Fans aus einem bestimmten Fandoms richtet. Es ist eine Geschichte, wenn man die Musik eines bestimmten Künstlers nicht mag, eine andere ist es dafür die Fans dieses Künstlers zu kritisieren und zu beleidigen. Leider kommt diese Art von Hate fast überall vor und ich bin der Meinung, dass diese Art von Leuten („Hatern“) vermutlich zu verbittert sind um sich eine vernünftige Meinung zu bilden, was ich das eigentlich traurige finde. Auch hier gilt nämlich, dass jeder ein Recht auf seine eigene Meinung hat und wenn man nicht der gleichen Meinung ist kann man gerne diskutieren, aber nur mit vernünftigen Argumenten und wenn man am Ende akzeptieren kann, wenn sich die Meinung des anderen nicht ändert.

 

Das wichtigste ist, dass alle zufrieden sind mit dem, was sie hören und dass man respektvoll mit einander umgeht. Schließlich soll Musik Menschen auf der ganzen Welt verbinden und es ist egal ob man lieber Pop, Rock, Schlager, Metal, Elektro, KPop, Jazz oder Klassik hört.