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Ex-Drogenschmuggler am HGH

Von Maya Heitbrack (9a)

Hamburg:: Im Rahmen der diesjährigen Projektwoche besuchte der Geschäftsführer des Projektes „Gefangene helfen Jugendlichen“ die neunten Klassen und hielt einen interessanten Vortrag.

Das Projekt „Gefangene helfen Jugendlichen“ wurde 1996 ins Leben gerufen. Die Idee kam drei Insassen eines Gefängnisses. Das Ziel: Jugendlichen, die auf die schiefe Bahn geraten waren, zu helfen und ihnen klar zu machen, welche Folgen eine Straftat haben kann. Mittlerweile geht es bei dem Projekt nicht mehr nur darum auffälligen Jugendlichen zu helfen, sondern auch allgemeine Präventionsarbeit zu leisten.

Der Vortrag, den unsere neunten Klassen hörten, war circa eineinhalb Stunden lang und behandelte das Thema Straftaten und die Folgen. Dabei ging es um den Weg in die Kriminalität.

Der Geschäftsführer Volkert Ruhe war einer dieser Insassen. Am Heisenberg-Gymnasium erzählte er von seiner persönlichen Geschichte, denn auch er hat eine kriminelle Vergangenheit.

Ruhe führt damals ein Leben auf der Überholspur. Er lernt viele Frauen kennen und weiß erstmals, das Leben zu genießen. „Es war das Paradies.“ Diesen Lebensstil will er nicht mehr missen, aber wovon bezahlen? Sein Freund kennt Leute vom Cali-Kartell, das damals 80 Prozent der Kokainexporte Kolumbiens kontrolliert. Ruhe wird zum Drogenkurier. Der Deal: Er fliegt regelmäßig von Costa Rica oder Panama nach Europa und schmuggelt zehn Kilo Kokain. Acht Kilo verkauft er für das Kartell, zwei auf eigene Faust. Zudem bekommt er 20.000 D-Mark Transportprämie. Es scheint alles gut zu laufen, Ruhe verdient unheimlich viel Geld. Im Februar 1995 wird er allerdings von Interpol-Beamten verhaftet. Einer der Kuriere ist aufgeflogen und hat ausgepackt. Schon im Gefängnis gründet er die Organisation „Gefangene helfen Jugendlichen e.V.“. Es ist die Rückkehr eines Ex-Inhaftierten  zurück in ein geregeltes Leben.

In seiner Präsentation räumt Ruhe mit Vorurteilen gegenüber Inhaftierten auf und stellt den Gefängnisalltag auf eindrucksvolle Weise dar. Es hat sich also definitiv gelohnt, das Projekt an die Schule einzuladen und sich den Vortrag anzuhören.

Unten auf dem Foto kann man Volkert Ruhe sehen, wie er in der Pausenhalle des HGH´s seinen Vortrag hält und Jugendliche davon überzeugen will, nicht auf die schiefe Bahn zu geraten.

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